Die Verwunderung war groß. Als am letzten Samstagmorgen die ersten Artikel über einen Leak von Battlefield 4 (BF4) im Internet kursierten, staunten viele Spieler nicht schlecht. Schließlich lag die Veröffentlichung des letzten Serienteils nur gut neun Monate zurück. Die Versorgung mit Downloadble Content (DLC) wurde von Beginn an den Fans zugesichert und mit Back to Karkand, Close Quarters, Armored Kill, Aftermath und End Game auch eingehalten. Battlefield 3 (BF3) auch nach Release lange zu unterstützen war das ausgegebene Ziel von DICE und sicherlich auch im Interesse des Publishers Electronic Arts (EA). Mit Battlefield Premium hatte die Spieleschmiede aus Schweden weiteres Material für Langlebigkeit geschaffen und dank Battlelog eine unmittelbare Schnittstelle zum Internet und der Community errichtet. Alles deutet darauf hin, dass ein weiterer Serienteil etwas auf sich warten lässt. Gerade deswegen überraschte der Leak. Doch bei näherer Untersuchung des “Ausrutschers” im Origin Store stellt sich die Frage: Hat EA den Leak bewusst herbeigeführt?
Freddie Wong – Ein alter Bekannter
Kurz nach der Veröffentlichung von Battlefield 3 machte ein aufwendig produziertes Video im Netz die Runde. In einem TV Werbespot wurde der Titel damit beworben, dass Battlefield 3 kein normaler Ego-Shooter ist. Ein Squad macht sich auf den Weg den Gegner auszuschalten, indem sie (Battlefield-typisch) Sprengstoff an einen Bagger heften und damit hinter die feindlichen Linien rollen. Das besondere: Das Video wurde nicht in Spielgrafik gedreht, sondern mit echten Schauspielern und greifbarer Umgebung. Produzent des Spots: Freddie Wong aka. Freddie W. E-Sportler, Musiker und eben Filmemacher. Am letzten Dienstag veröffentlichte er auf seinem Youtubekanal ein neues Video. EA Break-in zeigt auf amüsante und spektakuläre Art den Einbruch von Wong in ein EA Gebäude. (Um welche Niederlassung es sich handelt, können wir nicht genau sagen. Aber Wong läuft an EA Werbebanden vorbei, die dort sehr wahrscheinlich nicht extra aufgestellt wurden. (2:48- 2:55)) Den Inhalt des Leaks sendet Wong in dem Video per Mail an “das Internet” weiter. Als Absender der Mail ist Duncan Fairley angegeben. Laut seinem LinkedIn Profil momentan im Bereich “Entertainment Marketing” bei Electronic Arts angestellt. Es scheint also, dass EA dieses Video bei Wong in Auftrag gegeben hat, ähnlich dem Werbespot zu Battlefield 3. Zudem muss beachtet werden, dass ein solch aufwendiges Video nicht innerhalb von zwei Tagen geplant, gedreht, editiert und veröffentlicht werden kann. Zudem erschien das Video am selben Tag, wie die öffentliche Bestätigung seitens EA und DICE.
Gut geplantes Marketing
Nach dem Leak versuchten sich sowohl DICE, als auch Publisher Electronic Arts im Schweigen. Während der offizielle Battlefield Twitter-Account darauf verwies “momentan keine Neuigkeiten” zu haben und auf den Blog verwies, gab es seitens der schwedischen Entwickler kein Statement zu Battlefield 4. Erst mit der offiziellen Verkündung am Dienstag meldete sich das Team mit einem Update zu Wort. Wenn die Hinweise zusammenhängend gesehen werden, deutet einiges darauf hin, dass der Leak von Battlefield 4 geplant und erwünscht war. Der nächste Medal of Honor Teil soll mit der sicheren Betateilnahme am Nachfolger eines der erfolgreichsten EA Spiele überhaupt, gepusht werden. Aus Sicht der Marketingmanager ein überaus erfolgreicher und schlauer Leak. Das diese Methode immer öfters von Publishern genutzt wird, ist längst kein Geheimnis mehr und überhaupt nicht verwerflich. Doch irgendwie bleibt ein fader Beigeschmack. So oder so: Die Verwunderung über eine Battlefield 4 Beta Ende 2013 bleibt.
(Vielen Dank an Teammitglied Dayjay dem die Zusammenhänge zuerst aufgefallen sind!)
