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Moderne Gleichschaltung

-=Punkbuster=- | Saturday, May 24, 2008 | 19:33

Journalismus im Jahr 63 nach dem Ende der Gleichschaltung der Presse ist eine interessante Sache. Denn mal abgesehen vom Umstand, dass heute wirklich jeder Journalist sein kann, sind wir von der Gleichschaltung gar nicht mehr soweit entfernt. Und das völlig ohne Zwang, sondern alleine durch Zeitdruck und Sparmaßnahmen. Statt der Gestapo schaut heute einfach der Controller vorbei und kürzt hier ein paar Stellen und Quellen, was jedoch fast denselben Effekt wie vorgegebene Berichte hat.

Natürlich muss heute niemand mehr ins Gefängnis oder Lager, aber Folter gibt es dennoch. Denn gefoltert werden die Leser mit identischen Meldungen auf hunderten (wenn nicht tausenden) Websites, Zeitungen und Anzeigenblättchen. Was dort steht kommt zumeist aus derselben großen Nachrichtenagentur, die den gesamten deutschen Markt bedient. Zum Beispiel die Geschichte über zockenden Frauen, die mir – am Kürzel “tmn” erkennbar – gleich zweimal über den Weg gelaufen ist. Einmal im Online-Angebot der Kölnischen Rundschau und zwei Tage später als Hintergrund bei “Der Westen”, wo man wenigstens noch den Namen des Autors genannt hat.

Am Text selbst ist nichts auszusetzen. Ein nettes Feature, das unterhaltsam geschrieben ist. Keine Schleichwerbung, kein unnötiges Blabla, aber eben derselbe Text in zwei Medien und kein Einzelfall. Wer bei Google-News Alerts auf bestimmte Begriffe gelegt hat, dem fallen solche Dopplungen ganz besonders auf. Und wenn man zusätzlich zum Alert noch ein wenig sucht findet man den Text auch noch in der PC Welt und bei der Netzzeitung, die übrigens dasselbe Bild wie die Rundschau benutzt. Und so, wie bei dem Beispiel des Themendienstes, ist das fast mit allen Nachrichten.

Die dpa sendet, der Redakteur wählt nur noch aus und denkt sich einen netten Einstieg aus. Und in vielen Fällen wird noch nicht einmal der geändert. Deutschland einig Online-Land, wo jeder alles und überall lesen kann. Das schlimme daran ist die fehlende Abwechslung. Wenn alle nur noch das gleiche melden und die Redakteure vor Ort den Text mit ihrem Fachwissen einordnen und aufwerten, steuern wir online wie offline auf ein Desaster zu. Denn das Beispiel macht noch eins deutlich: der Text wird verwendet wie geschrieben. Keine Ergänzung, kein Redigieren, kein Nichts.  Armes Deutschland. Wer es selbst ausprobieren möchte, abonniert einfach ein paar Schlagwörter über Google News.

-=Punkbuster=- Dieser Artikel wurde am 24.May 2008 von -=Punkbuster=- geschrieben.
Über -=Punkbuster=-: ist ein Battlefielder der ersten Stunde. Von Battlefield 1942 bis 2142 hat er alle Teile und Add-Ons im Regal stehen. Und sie sind immer alle installiert ;)

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Copy & Paste Journalismus, Gleichschaltung, Google News, Medienkritik
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Verkehrte Welt?

TanteEmma | Friday, May 9, 2008 | 15:49

Meine Lieblingseinleitung einer News auf unserer Hauptseite ist eigentlich: “Als Redakteur einer großen deutschen Battlefield Seite die einige 10.000 Klicks am Tag verzeichnet, stößt man auf seiner täglichen Tour immerwieder auf neues”. Diese Einleitung würde ich auch am liebsten hier nutzen nur irgendwie passt sie nur so halb zum Thema. Klar, als Redakteur stößt man auf so einiges. Sei es lustiges, spannendes oder faszinierendes. Doch heute bin ich auf etwas gestoßen was zu keinem dieser drei Dinge zutrifft. Es ist einfach nur peinlich.

„Counter Strike“ (Gegenschlag) heißt der Mist

Bei meinem Besuch der Homepage von den Kollegen 4Players.de/cs bin ich auf einen Artikel vom Boulevardblatt Bild gestoßen die malwieder die Tatsachen verdrehen um einen perfekten Artikel zu veröffentlichen. In dieser Online Ausgabe des Blattes schreibt der Autor als Einleitung: Das Computerspiel ist an Brutalität kaum zu überbieten. Terroristen bekämpfen Antiterror-Einheiten. Blut fließt in Strömen. Ziel ist es, so viele „Gegner“ wie möglich zu töten. 4 Sätze – 3 Lügen. Counter Strike ist ab 16 freigegeben und deswegen es zu bezeichnen als wäre es “an Gewalt kaum zu überbieten” ist schlichtweg falsch und irgendwie auch nicht passend. Blut? Blut gibt es seit Anfang an nicht in Counter Strike. Ok, der letzte Satz passt so halb, doch die meisten Spieler würden sagen: “Wir müssen das gegnerische Team ausschalten um zu gewinnen” Die wenigsten sagen: “Wir müssen töten! Darum gehts!” Eigentlich geht es im dem Text um ein Jugendhaus das Rechner aufgestellt hat und acht Lizenzen für die Kinder gekauft. Der Grund dafür: Anders erreicht man die Kinder nicht mehr. Sicherlich ist die Maßnahme nicht sonderlich gut gewählt, doch Spiele gehören nunmal in unseren Alltag und zum Aufwachsen der Jugendlichen dazu. Warum sollten Jugendhäuser nicht mehr mit der Zeit gehen. Die Bild erinnerte (natürlich) an den Attentäter Robert Steinhäuser der (angeblich) wegen diesem Spiel tötete und es ihm zum Schulmassaker verholfen hat. Dieses Gerücht wurde nie bewiesen. Wiedermal hat die Bild bewiesen, wie man aus einer kleinen News etwas ganz großes macht. Auch wenn es eher ganz großer Scheiß ist.

TanteEmma Dieser Artikel wurde am 09.May 2008 von TanteEmma geschrieben.
Über TanteEmma: Seit 2006 bei BF-Games dabei und kommt seitdem nicht mehr weg davon. Wobei das Spiel an sich, seit 2142 nicht mehr im Vordergrund steht.

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BF-Games, Bild, CounterStrike, Games, Gewalt, TanteEmma
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