Von Orks und Nachtelfen
TanteEmma | Thursday, April 30, 2009 | 11:05Wir sind ja schon so einiges gewohnt. Politiker beschimpfen Spieler, sehen die Gamesindustrie als Werkzeug des amerikanischen Militärs um Soldaten auszubilden und stellen Spiele auf eine Stufe mit Kinderpornographie. Aber was die bayrische Sozialministerin sich gestern (ausgerechnet) in der Bild erlaubt hat, stellt malwieder einige Aussagen in den Schatten.
Den Bock zum Gärtner machen
Christine Haderthauer ist in Bayern für das Soziale verantwortlich. Also fällt auch der Jugendschutz, in gewisser Weise in ihr Aufgabengebiet. Vor einigen Tagen, gab sie der Münchener Ausgabe der Bild Zeitung ein Interview, wobei das Online Rollenspiel World of Warcraft die Hauptrolle spielte. Die Bild macht den Artikel mit folgender Schlagzeile auf: World of Warcraft – Haderthauer will das Killer-Spiel verbieten. Die Tageszeitung verurteilt also, ein ab 16 Jahren freigegebenes Spiel mit Elfen, Orks und anderen Fabelwesen als Killerspiel? Richtig. Deswegen hat die Minsterin vor kurzem einen Antrag ins Kabinett gebracht, um die Richtlinien der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zu prüfen. Damit springt sie auf den gleichen Zug auf, wie Prof. Christian Pfeiffer von Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Zu den Prüfungen, das jedes Spiel in Deutschland durchlaufen muss sagt sie:
Das verfehlt seinen Zweck, Eltern sollten sich darauf nicht verlassen. Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Die freiwillige Selbstkontrolle wird von der Medienwirtschaft bezahlt und besetzt.
Mit den Kollegen aus Niedersachsen möchte sie ein Rechtsgutachten erstellen. Ziel dabei sei es, World of Warcraft verbieten zu lassen. Der Suchtfaktor spiele dabei die größte Rolle, und der wird bei den Prüfungen des USK nicht berücksichtigt. Als World of Warcraft im Februar 2005 auf den Deutschen Markt kommt, ist von dem kommenden Hype nichts zu spüren. Weder dem von MMORPGs, noch von WoW. Wobei Haderthauer ihre eigene Meinung zu USK hat.
Da findet eine Vorauswahl des Materials statt. Die schlimmsten Gewaltszenen bekommen die Gutachter oft gar nicht vorgelegt. Das Ergebnis sind Alters-Freigaben, über die die Gutachter selbst entsetzt sind, wenn sie das Spiel dann ganz sehen.
Hintergrund der ganzen Geschichte. Die CSU tritt in diesem Jahr bei der Europawahl am 7. Juni ohne ihre große Schwesterpartei CDU an. Das bedeutet, dass sie 5 % benötigt um in Brüssel einziehen zu dürfen. Bei der allgemein geringen Wahlbeteiligung und der 5 % Klausel, benötigt man populistische Aussagen um die letzten Wähler zu mobilisieren. Das wird schwer genug, schließlich steht die CSU nur in Bayern zu Wahl.
Dieser Artikel wurde am 30.April 2009 von TanteEmma geschrieben.
Über TanteEmma: Seit 2006 bei BF-Games dabei und kommt seitdem nicht mehr weg davon. Wobei das Spiel an sich, seit 2142 nicht mehr im Vordergrund steht.
Dieser Artikel wurde am 10.April 2009 von 





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